RAIM: das Vorgehen

Das RAIM-Vorgehensmodell basiert auf vier Phasen

Neben der Architekturpyramide als Metamodell und methodisches Hilfsmittel zur überschaubaren und nachvollziehbaren Darstellung und Beschreibung von Intelligenten Mobilitätsdiensten liefert das Rahmenwerk ein auf die spezifischen Bedürfnisse der Architekturentwicklung für Intelligente Mobilitätsdienste ausgerichtetes RAIM-Vorgehensmodell mit folgenden Phasen:

  • V – Vorbereitungsphase,
  • A – Strategie
  • B – Geschäftsarchitektur und
  • C – Informationssystemarchitektur (bestehend aus zwei Unterphasen, der Daten- und der Anwendungsarchitektur)

V – Vorbereitungsphase

In dieser Phase wird ein Glossar für das Architekturprojekt erarbeitet sowie wichtige Prinzipien für das Architekturprojekt festgelegt.

A – Strategie 

In dieser Phase geht es darum, eine Vision für einen intelligenten Mobilitätsdienst bzw. eine intelligente Mobilitätsdienstekategorie zu entwickeln und einen ersten Aufschlag für die Architektur zu machen. Stakeholder und Beteiligte erhalten einen Überblick über die Berücksichtigung ihrer strategischen und geschäftlichen Erwartungen und wie diese in Form von geschäftlichen Zielen formuliert und mit welchen messbaren Zielen ihre Zielerreichung am Ende bewertet wird.

Ein wichtiger Kern dieser Phase ist es, den Zweck des Architekturansatzes zu (er)klären, darüber unter allen Beteiligten Konsens zu erzielen und diesen in Form einer Vision zu formulieren.

Normalerweise sind Schlüsselelemente einer Architekturvision bereits Bestandteil einer weiter gefassten – zum Beispiel politischen  – Strategie. Hier gilt es, die Vision mit Bezug zur Strategie herzustellen, und so zu formulieren, dass die Architekturvision darin einordbar ist. Beispiele für politische Strategien sind der europäische ITS-Aktionsplan, die europäische ITS-Direktive und der Europäische C-ITS-Masterplan. Beispiele für nationale Strategien sind der IVS-Aktionsplan Straße sowie die Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren der Bundesregierung.

Business-Szenarien stellen eine nützliche Technik dar, um strategische und geschäftliche Anforderungen zu identifizieren, zu dokumentieren und daraus eine Vision zu beschreiben, die diesen Anforderungen entspricht. Business-Szenarien stellen insofern eine gesonderte Methode des RAIM-Vorgehensmodells dar.

B – Geschäftsarchitektur

in dieser Phase geht es grundsätzlich darum, die Geschäftsarchitektur von intelligenten Mobilitätsdiensten(-kategorien) zu verstehen, zu modellieren, zu visualisieren und zu beschreiben.

RAIM-Architekturen befassen sich vorrangig mit intelligenten Mobilitätsdiensten und die dafür erforderliche Fähigkeit aller Akteure zur Zusammenarbeit und weniger mit der Geschäftsarchitektur der an einem intelligenten Mobilitätsdienst beteiligten Organisationen.Grundlage dafür sind folgende Konzepte von RAIM:

Intelligente Mobilitätsdienste …

sind eine geschäftliche Leistung von Wertschöpfungsketten bzw. Wertschöpfungsnetzwerken, die aus der organisationsübergreifenden Vernetzung und Zusammenarbeit von Mobilitätsakteuren resultieren.

Wertschöpfungsketten/Wertschöpfungsnetzwerke …

müssen als Prozessketten für Informationslogistik interpretiert werden.

Informationslogistik …

das heißt die Organisation, Steuerung, Bereitstellung und Optimierung von für den Mobilitätsdienst relevanten Informationsströmen, ist die wesentliche Herausforderung für die Akteure als Bestandteil von Wertschöpfungsketten/Wertschöpfungsnetzwerken

Vor diesem Hintergrund ist der Begriff Geschäftsarchitektur wie folgt festzulegen:

Geschäftsarchitektur …

  • konkretisiert und operationalisiert die Geschäftsstrategie (Ziele und Nutzen) von Wertschöpfungsketten/Wertschöpfungsnetzwerken.
  • entwickelt Sichten auf das Geschäft (Business) von Wertschöpfungsketten/Wertschöpfungsnetzwerken in Bezug auf Aufbau (Rollen), Führung und Steuerung (Governance) und Geschäftsprozessen und leitet daraus Anforderungen ab

C – Informationsystemarchitektur

In dieser Phase werden die Daten- und die Anwendungsarchitektur entwickelt. Der Fokus liegt dabei auf der Verbesserung der Kollaborations- und Kooperationsfähigkeit zwischen Akteuren bzw. Akteurs-Stereotypen, bei der zuerst die auszutauschenden Informationen (Daten) und danach die Schnittstellen und Anwendungen betrachtet werden.

Bei der Entwicklung der Geschäftsarchitektur werden unter anderem Geschäftsprozesse identifiziert. Diese bestehen aus Aktivitäten, die von beteiligten Rollen durchzuführen sind. Zwischen den Aktivitäten werden Informationsobjekte ausgetauscht. Diese Informationsobjekte werden in der Datenarchitektur betrachtet und detailliert beschrieben. Anschließend werden die Schnittstellen, über die die Informationsobjekte ausgetauscht und die Anwendungen, mit denen die Informationen bearbeitet werden, in der Anwendungsarchitektur genauer untersucht.

CC BY-NC-ND Creative Commons Copyright 2020 RAIM

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